Die Tempel Hagar Qim und Mnajdra

Der Besuch der Tempelanlage von Hagar Qim ist sicher eines der lohnendsten Ausflugsziele auf Malta. Wir hatten im Reiseführer gelesen, dass die Tempelanlage seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört und hatten dementsprechend hohe Erwartungen.

Hagar Qim Tempel auf Malta

Da wir antike Stätten lieber für uns allein in Ruhe und ohne Zeitdruck erkunden, entschieden wir uns gegen einen organisierten Ausflug und fuhren mit unserem Mietwagen gleich früh am Morgen zu den Tempeln.

Frühmorgens ist es am schönsten dort, da dann noch nicht so viele Touristen unterwegs sind und es - gerade im Sommer - auch noch nicht zu heiß ist.

Neben der Möglichkeit einen organisierten Ausflug zu den Tempeln zu buchen oder mit dem Auto dorthin zu fahren, gibt es auch eine Busverbindung. Die Linie 81 fährt von Valletta aus recht häufig zu den Tempeln. Nahe den Tempelanlagen warten auch immer einige Taxis und man wird von den Fahrern sehr offensiv angesprochen mit dem Hinweis, dass angeblich nur selten ein Bus fährt. Unserer Einschätzung nach stimmt das nicht und scheint eine Methode der Taxifahrer zu sein einen überteuerten Fahrpreis verlangen zu können. Etwas Vorsicht ist hier also angebracht!

Hagar Qim und Majndra Weltkulturerbe

Die Anlage liegt direkt an der Steilküste etwa 4 Kilometer südlich des malerischen Ortes Siggiewi und besteht eigentlich aus zwei Tempelanlagen. Hagar Qim und Mnajdra heissen die beiden Teile, die über einen Plattenweg miteinander verbunden sind.

Seit 2009 können sie bei jedem Wetter besichtigt werden, da sie durch eine Dachkonstruktion geschützt sind. Dieses Dach gab es während unseres Besuches noch nicht, deshalb sind die Fotos "oben ohne".

Der Eintritt beträgt 9 Euro für Erwachsene. Für Kinder gelten ermäßigte Eintrittspreise. Zusätzlich gibt es eine sehr interessante Ausstellung im Besucherzentrum. Im Besucherzentrum erhält man auch eine Grundrisskarte der Anlage, die sehr hilfreich ist, um die Orientierung zu behalten.

Wenn Sie möchten, bekommen Sie einen Audioguide der wirklich viele interessante Informationen liefert. Den Audioguide gibt es in deutsch, englisch und einigen anderen Sprachen.

Übersichtskarte

Hagar Qim bedeutet übersetzt Stehende Steine, was eine Anspielung auf einige sehr große Megalithen auf dem Gelände ist. Der größte dieser Steine hat ein Gewicht von 20 Tonnen!

Die Tempelanlage wurde zwischen 3600 und 2500 v.Chr. erbaut und war vermutlich einmal ein sehr bedeutendes Kultzentrum. Viele der Einzeltempel sind nach der Wintersonnenwende (die am 21. Dezember ist) ausgerichtet. Am besten erhalten und am sehenswertesten ist der Südtempel. An vielen Orten auf Malta wurden sogenannte weibliche Idole, also kleine Statuen von dicken Frauenkörpern gefunden. In Hagar Qim wurde unter anderem die berühmte Venus von Malta (auf dem Foto) und die Schlafende Frau gefunden.

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Obwohl die Lage der Tempel schon immer bekannt war, wurden erst seit 1839 systematische archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Für uns als Besucher besonders faszinierend ist der labyrinthartige Aufbau der Tempelanlage.

Jede Ecke bringt eine neue Überraschung zum Vorschein, so dass der Besuch von Hagar Qim und Majndra wirklich ein sehr kurzweiliges Erlebnis ist.

Um sich diese Tempelanlage auf Malta in Ruhe anzuschauen, sollten Sie mindestens zwei Stunden Zeit einplanen und besonders an heißen Tagen genügend Trinkwasser dabei haben. Unsere Erwartungen an die Tempelanlage wurden jedenfalls erfüllt und wir waren beide der Meinung, dass diese Anlage zu recht den Titel eines UNESCO Weltkulturerbes trägt.

Megalith in Hagar Qim

Wir schlossen unsere Besichtigung der Tempel noch mit einer kleinen Wanderung durch die nähere Umgebung ab. Das ist aufgrund der grandiosen Ausblicke auf das Meer sehr empfehlenswert! Man kann den Besuch der Tempel von Hagar Qim auch gut mit einem Besuch der Blauen Grotte verbinden, da die beiden Sehenswürdigkeiten recht nahe beieinander liegen.

Gegenüber der Tempelanlage befindet sich inmitten eines hübsch gestalteten Gartens ein Restaurant, welches sehr leckeres Essen und einen freundlichen Service bietet.

Geöffnet ist die Anlage täglich von 9 Uhr bis 19 Uhr im Sommer bzw. von 9 Uhr bis 17 Uhr im Winter. Der letzte Einlass ist jeweils eine halbe Stunde vor der Schließung.